Ein Gewohnheitsprotokoll wirkt wie eines der harmlosesten Daten, die du erzeugen kannst: eine Liste kleiner guter Vorsätze und ein paar Häkchen.
Liest man es als Datensatz, ist es erheblich aufschlussreicher.
Was ein Gewohnheitsprotokoll tatsächlich verrät
Ein konsistentes tägliches Protokoll über mehrere Monate enthält, ohne es je auszusprechen: wann du aufstehst und schlafen gehst, an welchen Tagen du aus deiner Routine fällst, wann du krank warst, wann du verreist warst und wann für zwei Wochen alles auseinanderfiel.
Dazu kommen die Namen der Gewohnheiten. „Medikament nehmen“, „heute kein Alkohol“, „Therapeutin anrufen“, „Rückenübungen“ sind keine neutralen Daten. Das ist eine Kategorie von Information, die die wenigsten freiwillig an ein Unternehmen geben, von dem sie letzte Woche zum ersten Mal gehört haben.
Das ist kein Vorwurf an eine bestimmte App. Es ist nur ein Grund zu bemerken, dass das Anmeldeformular der Moment ist, in dem ein privates Protokoll zu einem Konto wird, das jemand anderes verwaltet.
Was local-first praktisch bedeutet
Eine local-first-App speichert alles im abgeschotteten Speicher deines Telefons und sendet nichts. Kein Server, kein Kontosystem, keine Synchronisierung. Die Folgen sind konkret:
- Nichts zu hacken. Eine Datenbank, die nicht existiert, läuft nicht aus.
- Nichts anzufordern. Man kann nicht herausgeben, was nicht gespeichert wird.
- Nichts überlebt das Löschen. Deinstallieren und das Betriebssystem entfernt alles.
- Nichts hört auf. Schließt die Firma, bleibt alles auf deinem Telefon unverändert. Die technischen Details hier.
Die Kompromisse, ehrlich
Keine Synchronisierung zwischen Geräten
Dein Telefon ist dein Protokoll. Das Tablet ist eine getrennte, leere Kopie. Willst du dieselbe Liste an zwei Orten, ist local-first die falsche Architektur.
Kein automatisches Cloud-Backup
Das ist der Punkt, der wirklich weh tut. Telefon verloren oder zurückgesetzt, und ein lokales Protokoll ist weg. Es gibt keine Support-Adresse, die es wiederherstellt.
Die Abhilfe ist der Export. Streaky schreibt Gewohnheiten und Einträge über Profil → Daten exportieren in eine JSON-Datei, die du speicherst, wo du willst. Damit wird Backup zu etwas, das du bewusst tust. Wäre ein Jahr Verlauf ein Verlust, exportiere alle paar Monate.
Fragen, die jeder Tracker beantworten sollte
- Kann ich sie ohne Konto nutzen? Wenn nicht, frag, wofür das Konto da ist.
- Funktioniert sie im Flugmodus? Der schnellste Weg herauszufinden, wo deine Daten liegen.
- Kann ich exportieren, und in welchem Format? Eine App, die dich nicht mit deinem Verlauf gehen lässt, sagt damit etwas.
- Was sagt die Datenschutzerklärung zu Werbe-IDs? Kostenlose Apps finanzieren sich irgendwie, und dort steht wie.
- Was passiert mit den Daten, wenn die Firma schließt? Bei einer lokalen App: nichts.
Wie sich Streaky finanziert, im Klartext
Streaky ist kostenlos und zeigt Anzeigen über Google AdMob — das ist das ganze Geschäftsmodell. Die Anzeigen sind nicht personalisiert, das Netzwerk baut also kein Verhaltensprofil aus deinen Gewohnheitsdaten. Deine Gewohnheiten werden nirgendwohin gesendet, weil es kein Ziel gibt. Die Details zur Finanzierung und die Seite ohne Konto erklären den Rest.
Kurz gesagt
Ein Gewohnheitsprotokoll ist aufschlussreicher, als es aussieht. Local-first heißt kein Konto, kein Server und nichts, was geleakt werden kann — zum Preis von Synchronisierung und automatischem Backup. Teste jede App im Flugmodus und exportiere regelmäßig.
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